Der Bully

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Der Bully

Liebe Hundefreunde!

Sie lieben Bulldogge, Mops & Co. und möchten sich einen kurzköpfigen Hund anschaffen? Bitte sparen Sie nicht am falschen Ende. Ersparen Sie sich und ihrem Hund viel Leid, indem Sie einen Welpen bei den wenigen Gesundzüchtern dieser Rasse kaufen. Anhand der unten gezeigten Bilder der Computer-Tomographie kann man sehr schön sehen, mit welchen innenliegenden Gewebewucherungen unsere Bullys bei jedem Atemzug kämpfen müssen, um ausreichend Sauerstoff aufnehmen zu können. Ein verantwortungsvoll und gut gezüchteter Bulldog hat keine Atemgeräusche. Diese entstehen nur, wenn es keinen Platz für die Luftzirkulation gibt.

 

Lesen Sie hier weitreichende

Informationen über die

Französische Bulldogge!

 

Mittlerweile ist uns ein kleines Wunder gelungen und Spock ist nun mit 10Jahren so gesund und fit, wie noch nie in seinem Leben. Seit der OP in Leipzig ist er vital und freiatmend, nur noch ein wenig durch seine Hitzeunverträglichkeit eingeschränkt. Wir haben ihn 2008 auf getreidefreie Frischkost umgestellt und konnten im Jahr 2010 eine deutliche Verbesserung seiner Rückenbeschwerden feststellen. Die Spondylosen waren noch nicht verknöchert und haben sich zurückgebildet, so dass sie durch einen Gutachter nicht mehr feststellbar sind, ebenso wie die verkalkten Bandscheiben. Die gesamte Muskulatur hat sich verändert und entspannt, sogar sein gestauchter Nacken hat sich gestreckt, so dass der Hals länger geworden ist. Seit ca. 1 Jahr kann er seine kurze Rute bewegen, diese Mobilität scheint sich auf die gesamte Wirbelsäule auszudehnen. Geblieben sind die Kissing Spines, die ihm aber, Dank seiner enormen Rückenmuskulatur keine Beschwerden bereiten.

Wer Spocky im jetzigen Zustand kennenlernt, kann den Krankbully eigentlich nur noch am gelaserten Nasenstummel von den beiden gesunden Jungs Jimbo & Harry unterscheiden.

Trotzdem war der Weg bis hierhin lang und aufwändig für Mensch und Tier.

 

Wenn Sie an mehr Informationen rund um die Gesundheit der französischen und englischen Bulldogge erfahren möchten, dann besuchen Sie das spezielle Informationsportal Gesunde Bulldogge.

Bitte lernen Sie unseren Bully Mr. Spock kennen:

Krankenakte von Spocky Fuhrmann, Französische Bulldogge, geb. 23.06.04

 

TA-Bericht Spocky Fuhrmann

GRUND DER VORSTELLUNG

Überweisung wegen eines Brachyzephalen (kurzköpfigen) Syndroms

DIAGNOSTIK und THERAPIE

Endoskopie und Computertomographie:

Nares (Nasenlöcher): wurden schon lateralisiert (seitlich geöffnet), an Verschlussfalte noch hgr. stenotisch (verengt)

Nasenhöhle: hgr. Stenose (Verengung) vor allem im kaudalen (abwärts liegenden) Bereich der Nasenhöhle, dort verlegen bds. Ausläufer der ventralen (vorne liegenden) Nasenmuschel und mittleren Nasenmuschel den Atmungsgang

Rachen: Gaumensegel wurde bereits gekürzt, starker Narbenzug und bis zu 1,2cm dickes kaudales (nach unten verlaufendes) Ende, dass sich relativ stark in den Oropharynx (Mund- / Rachenraum) vorwölbt, großer Zungengrund, Tonsillitis (Mandelentzündung)

Kehlkopf: mgr. evertierte Ventrikel (ausgestülpte Hohlräume)

Trachea (Luftröhre): relativ stark deformiert und hypoplastisch (nicht vollständig ausgebildet), aber nicht kollabiert

Oesophagus (Speiseröhre):  Erweiterung präcardial (vor dem Herzen liegend)

Laser-OP:

Nares: großzügige Entfernung der Verschlussfalte mit Co2-Laser

Nasenhöhle: alle stenosierenden Muschelanteile wurden bds. unblutig laserchirugrisch und unter

endoskopischer Kontrolle (LATE-OP: Laser-Assistierte-TurbinEktomie) entfernt

Rachen: Verjüngung des Gaumensegels inkl. Stabilisierung und Tonsillektomie (Mandelentfernung)

Kehlkopf: laserchirurgische Entfernung der Ventrikel (durch permanenten Unterdruck ausgeleierte Hochlräume)

Es wurden folgende Medikamente abgegeben:

Bepanthen Augen-und Nasensalbe zum Eincremen der Nase

* kursiv (Eigene Übersetzung für Nicht-Mediziner, Anm. C.  Fuhrmann)

 

BEURTEILUNG

Die Stenosen an den Nasenlöchern, in der Nasenhöhle, im Rachen und im Kehlkopf konnten

behoben werden.

Das Tier wurde mit einer guten Wundheilung in der Nasenhöhle und im Rachen nach 1 Woche

stationärem Aufenthalt entlassen. Eine Wiedervorstellung zur Verlaufskontrolle ist in 6 Monaten erforderlich.

In den nächsten 2-6 Wochen können noch vermehrt Schnarchgeräusche auftreten, auch Schluckstörungen und leichtes Würgen bzw. Krampfen im Hals ist in den ersten 1-2 Wochen möglich (durch die Schwellung im Rachen bedingt).

In den nächsten 3 Monaten kann bräunliches Sekret aus der Nasenhöhle austreten, da die Nasenschleimhaut etwa 3-6 Monate zur vollständigen Regeneration braucht. Dies kann mit Niesen verbunden sein und wäre nicht behandlungswürdig, so lange kein Eiter oder ähnliches dabei ist.

Es kann auch in Zukunft sein, dass geringe Atemgeräusche bestehen bleiben, diese sollten jedoch in keinem Falle die Atmung behindern (wenn ja, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf). Es ist auch bekannt, dass das Schnarchen mit der Zeit (nach 1-2 Jahren) wieder verstärkt auftreten kann, was wir nicht als problematisch ansehen, so lange es zu keiner Atemnot kommt.

Die pigmentfreien Stellen an der Nasenspitze werden in etwa 6 Monaten wieder schwarz werden.

 

Spocky vor der OP:

 

Spocky nach der OP:

 

Hier eine stichwortartige Zusammenfassung von Spockys Krankenakte. Ich habe mich jetzt nur auf die Folgen der stümperhaft gezüchteten Kurzköpfigkeit beschränkt, natürlich war er hier und da noch wegen anderer Krankheiten beim TA (Nagelbettentzündung, Rückenschmerzen !! )

Freiatmende Bulldogge, gekauft 11.09.04. Diese Aussage des Züchters war zu diesem Zeitpunkt!! richtig, da der Welpe eine gut geöffnete Nase mit deutlich sichtbarem Nasenrücken hatte. Nirgendwo konnte ich einen Hinweis finden, weder in Fachbüchern, noch Internet, dass sich die gute Nase innerhalb weniger Monate vom Schädelwachstum so einquetschen lässt, wie es bei unserem Hund leider der Fall war.

Schon im ersten Lebensjahr mehrmalige Besuche bei Tierärzten aufgrund von Atembeschwerden, verbunden mit starker Verschleimung und oder Nasenausfluss.

Behandlung mittels Antibiotikum und Inhalation mit Pari-Boy.

Im Alter von 10 Monaten hat Spocky sich am Futter verschluckt mit anschließenden Erstickungsanfällen. (Auto war gepackt, wir wollten nach Spanien fahren) Besuch beim hiesigen Tierarzt, der ihm die erste Vollnarkose gab. Nach dem Erbrechen und Ausspucken der Leckerlies, gab es die Aufwachspritze und den Rat: Kein Problem, schönen Urlaub!

Da Spocky immer noch deutlich röchelte, Zwischenstopp im Schwarzwald, Besuch beim Tierarzt. 2. Vollnarkose und Spülung des gesamten Nasen- und Rachenraums. Unmengen an Eiter und Verschleimungen wurden aus dem kleinen Kopf gespült, anschließend gab´s Cortison am Tropf. Atmung wurde besser, aber nicht gut. Nächsten Tag wieder zum TA, wieder Vollnarkose, diesmal entdeckte der TA, dass sich wohl während des Erbrechens ein Stück Nahrung den falschen Weg gesucht hat und hinter den rechten Naseneingang gelegt hatte. In filigraner Kleinarbeit gelang es dem Tierarzt die Nase zu säubern und den Futterrest durch die Nase rauszustoßen. Während dieser Narkose untersuchte er die Mandeln und das Gaumensegel und entdeckte einen rückseitigen bakteriellen Besatz an Bakterien mit Gewebeveränderungen. Er empfahl uns dringend zu einer korrigierenden OP an Nasenlöcher und Gaumensegel. Medikation: mal wieder ordentlich Antibiotikum und Cortison.

Zum ersten Geburtstag ! gab es die erste OP und die vierte Vollnarkose. Es wurde das Gaumensegel gekürzt und die Nasenlöcher erweitert sowie eine komplette Nasenfalte entfernt. OP ist gut verlaufen, nur hat unser robuster, schmerzresistenter Kämpfer sich beim Spielen drei Fäden aus der Nase gehauen, so dass sie nicht so straff vernarbt ist, wie sie sollte. Also acht Wochen später korrigierende OP Nr. 2 mit Narkose Nr. 5.

 

Seitdem konnten wir eine wesentliche Verbesserung seiner Atmung feststellen. Die überblähte Lunge bildete sich wieder zurück und der bis hierhin sehr schlanke Hund konnte endlich zunehmen. Natürlich wurden wir darüber aufgeklärt, dass sich der jetzige Zustand über Jahre wieder verschlimmern kann, da die inneren Weichteile durch den permanenten Unterdruck wieder ausleiern können. Im Herbst 2007 erfuhren wir über die Arbeit des Prof. Dr. Oechtering in Leipzig und entschlossen uns, unserem Hund diese Möglichkeit der Wiederherstellung funktionaler Atemwege zuzumuten. Am 28.01.08 war es dann soweit, Spocky wurde eingeliefert und musste die Tortur seines Lebens ertragen. Vollnarkose Nr. 6 mit fast siebenstündiger OP. Das inzwischen durch Vernarbung veränderte Gaumensegel wurde korrigiert, die Mandeln entfernt, sämtliche Nasentaschen, die eine Verengung der Atemwege verursachten wurden weggelasert, Korrekturen am Rachen, Luftröhre usw. sowie die chirurgische Erweiterung der Nasenlöcher. Anschließender einwöchiger Aufenthalt in der Klinik mit Mengen an Antibiotikum und Morphium gegen die Schmerzen. Narkose Nr. 7 wurde für das Kontroll-CT-Bild notwendig.

Das Schlimmste für unseren Hund war wohl das dreimal tägliche Reinigen der äußeren Nasenwunde. Bullys hassen es, fixiert zu werden.

Nach der Entlassung wurde eine komplette Darmsanierung notwendig, da er aufgrund der schweren Medikation ca. dreiwöchigen, wässrigen Durchfall hatte. Jedenfalls ist er seitdem beschwerdefrei und ein völlig neuer Hund, mit einer Lebensqualität und Lebensfreude, die einen zu Tränen rühren kann. (Und mich verzweifeln lässt, wenn Mopsi wieder meint, er sei ein Setter und Rehe jagt.) Die Strapazen der aufwändigen Laser-OP sind dann doch schnell vergessen, zumal es die einzige Möglichkeit ist, diesen Hunden ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Die Summe der Tierarztkosten bis hierhin belaufen sich auf geschätzte 4.500,-- €.!!

 

Das, was unser Hund an Schmerzen, Leid und Todesangst durch Atemnot ertragen musste, kann man mit keinem Geld der Welt bezahlen. Da er nun erst 4,5 Jahre alt ist, können wir noch nicht mal sicher sein, dass wir hiermit durch sind. Im schlimmsten Fall müsste die OP in einigen Jahren, wenn auch nicht in diesem großen Umfang, wiederholt werden.

Vier Monate nach der erfolgreichen Laser-OP begannen seine Rückenbeschwerden. Um es kurz zu machen: Zwei verkalkte Bandscheiben, zu dicht zusammenliegende Wirbelkörper, die sich bei Überlastung aufreiben und entzünden, regelmäßige Schmerzschübe, die mit Cortison und Schmerzmittel behandelt werden müssen. Auch das erträgt mein kleiner Held.

Worunter er sein Leben lang ebenfalls zu leiden hat, ist eine extreme Hitzeunverträglichkeit. Bei Temperaturen ab 20 Grad kommt es regelmäßig vor, dass er durch heftiges Hecheln und Röcheln versucht, seine Körpertemperatur zu regulieren, was er von allein aber nicht schafft. Also steht ihm immer eine mit Wasser gefüllte niedrige Badewanne zur Verfügung, worin er sich eintunkt und so wieder abkühlt.

Da ich sehr gut weiß, dass es nicht nur die Billig-Hunde aus dem Internet betrifft, ist es so unvorstellbar wichtig, dass auch den unseriösen Züchtern mit Ahnentafeln das Handwerk gelegt wird, denn nicht selten landen Hunde wie unser Spock nicht bei kompetenten Tierärzten, sondern in Tierheimen, an Autobahnraststätten oder man überlässt sie ihrem Schicksal und sieht zu, dass sie langsam ersticken und/oder einen fürchterlichen Kreislauftod sterben.

 

Spocky ist heute acht Jahre alt….ohne diese aufwändigen und kostspieligen und für Ihn sehr belastenden OP wäre er mit Sicherheit nicht mehr am Leben!!

 

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Claudia Fuhrmann & Mr. Spock.